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Gotha 07 – Abschied

Maria Peters, 12. Juli 2015

Innsbruck

Nun wieder Asphalt. Kein Gras unter mir.

Nach einem schönen Abschlussabend mit Edith, Waldemar, Torsten und Karin. Und nicht zu vergessen, Willi, dem Hund.
Der mich schon gleich nach meiner Ankunft, nach wenigen Stunden, akzeptiert hatte. Der immer wieder, wenn ich im Garten war, kurz nach mir sah. Zufrieden feststellte, dass ich brav irgendwo sitze. Dann abzog wieder. Die, so dachte er wohl, ist gut verräumt.

Heute am Morgen zuerst noch die schillernden Fische besucht. (Die zur Familie der Karpfen geh√∂ren, nicht der Welse, wie ich nun wei√ü.) Die Pflanzen, die vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten im Garten. Jede er√∂ffnet einen v√∂llig andern Blick auf den Garten, jede wurde mit viel Bedacht von Edith platziert. Um den Garten darzustellen, m√ľsste ich Monate bleiben. Zugleich war ich voll. Voll der Eindr√ľcke.¬†¬†

Die Menschen in Th√ľringen sind nobel. R√ľcksichtsvoll.
Ich fuhr von Gotha nach Fulda. Dort Aufenthalt.
Die Menschen wechselten von Bahnstation zu Bahnstation.
Sahen ein wenig anders aus. Mehr Tatoos, mehr Raucher am Bahnsteig.
Aber alle sehr freundlich, sehr hilfsbereit.

Fulda

Die Gep√§cksf√§cher in Deutschland sind h√∂her angebracht als in √Ėsterreich, f√ľhlte mich recht klein.
Dann von Fulda nach M√ľnchen. Mehr und mehr wurde geschoben und gedr√§ngelt. Pl√∂tzlich war alles recht eilig und die Menschen wirkten gestresst.

Das sch√∂ne am Reisen mit der Bahn ist, dass man eben diese feinen Nuancen der wechselnden, ineinander flie√üenden, Mentalit√§ten sp√ľrt.

Ab M√ľnchen sa√ü ich dann mit einem √§lteren Ehepaar aus Argentinien in einem Abteil. Sie reisen durch Europa –¬†D√§nemark, Schweden, Polen, Estland, Lettland, Deutschland und √ľber Innsbruck in die Schweiz und nach Frankreich. Mit den ersten Bergen nach Rosenheim kam die Kamera nicht mehr zum Ruhen.
Ein Foto mit ihrer Kamera von ihnen gemacht. Sie strahlten. Mythos Tirol.

Dann die kurze Strecke vom Bahnhof in meine Wohnung. K√ľhle. Das Fenster zum Innenhof ge√∂ffnet, die B√§ume¬†wispern im leichten Abendwind, die Uhr von der nahen Klosterkirche schl√§gt. Verl√§sslich, vertraut.
Die Nachbarskatze f√§llt im Liebesrausch √ľber mich her.
Erst gestern Nacht träumte ich von ihrem Vorgänger Fips.
Der auswanderte, weil enttrohnt durch die neue Katze, aber auch, möglicherweise, weil ich zu unverlässlich zu Hause war.

Reisen ist schön. Ist schön, wenn man den Hafen in der Heimat weiß.
Ein leises schlechtes Gewissen, Tiere spiegeln das unvermeidlich, reist jedoch immer mit.



Maria Peters, 12. Juli 2015


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