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Gotha 03 – Der Garten

Maria Peters, 06. Juli 2015

Es ist kĂĽhler heute. Ich genieĂźe das GefĂĽhl zu gehen.

Das Abschreiten der Straßen und Plätze in Gotha erzeugt Raum in mir, macht die Welt größer, bildet den Ort als Körpererinnerung in mir ab.

Ich kehre in den Garten zurĂĽck und besuche zuerst die Fische, sitze am Teich, sehe ihnen zu.
Sie bewegen sich fortwährend, das Becken durchmessend folgen sie einer geheimnisvollen Choreographie – es ist Der Tanz des kleinen Schwarms.
Die Fische gehören zur Familie der Welse und stammen ursprünglich aus Japan.

 

Im gesamten Haus und auch im Garten sind Sammlerstücke und Raritäten aus der ganzen Welt versammelt.
Da gibt es zuerst die Sammlung von gestalteten Eiern – unzählige, etwa zehntausend sollen es sein. Sie sind überall. In Schränken, in Regalen, in Kisten. Aber auch alle anderen Gegenstände, die Skulpturen im Garten, Möbel, Ziergegenstände, Teppiche oder farbige Gläser – ich lebe hier inmitten einer sehr privaten Kunst- und Wunderkammer, lebe in der verdinglichten Lebensgeschichte von Edith und Waldemar.

Die erste Zeichnung vom Garten.
Versenke meine Zehen im Gras, Mücken und Gerüche von Bäumen und Pflanzen, ein Stück Kindheit.

Abendessen und Verkostung der hausgemachten Liköre von Edith. Der Rosenlikör – auch wenn fast zu intensiv für mich – versetzt mich nach Persien. Mein Favorit jedoch wird die schwarze Johannisbeere bleiben. Sie begleitet mich in die Nacht.

 

 GartenGothaZeichnung01



Maria Peters, 06. Juli 2015


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