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Berlin 03 – Wie Hemingway

Maria Peters, 04. September 2015

Gestern war sch√∂nes Herbstwetter. Ich fuhr zu Mittag in die Stadt. Ich wollte eigentlich die Wunderkammer Olbricht besuchen, auf die ich mich schon sehr freue. Doch das Wetter war zu sch√∂n. Ich bummelte durch Berlin-Mitte, lie√ü die elegante mond√§ne Innenstadt auf mich wirken. Die Spree und die Museumsinsel waren so sch√∂n in diesem Licht, dass alle Touristen, ich eingeschlo√üen, ergriffen verstummten. Am Hakeschen Markt setzte ich mich in ein Restaurant und bestellte mir Lunch. Ein kleines Steak mit Bratkartoffeln, sch√∂n serviert. Ein italienischer Stra√üemusiker mit weicher Stimme sang Balladen. Ich f√ľhlte mich wie Hemingway. Wie eine Reiseerz√§hlerin aus alten Tagen. So, genau so, hatte ich mir meine Arbeit vorgestellt.

  Spree    Ein Wagen

Sp√§ter besuchte ich meinen K√ľnstlerkollegen Robert Gfader in Kreuzberg. Er lieh mir ein Fahrrad, ich bin nun berlinerisch mobil. Meine erste Fahrt, von Kreuzberg hierher nach Treptow-Park, war aufregend f√ľr mich. Es war schon dunkel und die Stra√üenlampen in Berlin sind derma√üen √∂ko, dass ich den Stadtplan kaum lesen konnte. Aber letztlich bin ich gut heimgekommen. Den Donnerstag verbrachte ich, wie schon viele Stunden in den letzten Tagen, mit kafkaesken Telefonshop-Expeditionen und unz√§hligen Telefonaten, bis mein neuer WLAN-Router endlich bereit war, mit mir zusammen zu arbeiten.

In der Gro√üstadt l√§uft die Zeit schneller. Unvermeidlich ist das. In allen Gro√üst√§dten der Welt ist das so. Es muss mit der Dichte zu tun haben. Es scheint, auch die Zeitkr√ľmmung b√§umt sich auf, man segelt schneller. Daf√ľr erlebt man auch mehr. F√ľr meine aktuelle Geschichte ist dieser Aufenthalt wichtig. Ich schenke ihr gern diese Phase verk√ľrzter Lebenszeit.



Maria Peters, 04. September 2015


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